
Das Fax ist nach wie vor ein wichtiger Übertragungsweg für einen großen Teil der kanadischen Gesundheitsinformationen, und viele dieser Unterlagen durchlaufen ein E-Signatur-Tool, bevor sie zurückgesendet werden. Dieser Leitfaden erklärt Datensouveränität und Datenresidenz in verständlicher Sprache, welche Rolle PHIPA dabei spielt und was Sie prüfen sollten, bevor Sie sich für einen Anbieter von Fax- oder E-Signatur-Diensten entscheiden.
Datensouveränität bedeutet, dass Daten den Gesetzen und der Kontrolle des Ortes unterliegen, an dem sie erhoben, gespeichert oder verarbeitet werden. In der Praxis verwenden kanadische Organisationen den Begriff, um bei jedem Dienst, der ihre Daten speichert, zwei Fragen zu stellen:
Die Datenresidenz beantwortet die erste Frage. Sie ist der Teil, den Sie in einem Vertrag benennen können: eine Stadt, eine Rechenzentrumsregion, ein Backup-Standort. Die Datensouveränität umfasst beide Fragen. Deshalb taucht sie in Sicherheitsfragebögen neben Residenz, Verschlüsselung und Zugriffskontrollen auf.
Im Gesundheitswesen ist das Thema nicht abstrakt. Gesundheitsinformationen gehören zu den sensibelsten Daten, die eine Organisation besitzt, und in Ontario legt PHIPA konkrete Regeln dafür fest, wie sie erhoben, verwendet, offengelegt und geschützt werden – auch dann, wenn ein externer Anbieter sie verarbeitet.
Die beiden Begriffe werden oft verwendet, als bedeuteten sie dasselbe. Sie überschneiden sich, beantworten aber unterschiedliche Fragen, und ein Anbieter kann bei dem einen überzeugen, während er zum anderen wenig sagt.
Datenresidenz betrifft den Standort. Sie nennt Ihnen das Land, die Stadt oder die Rechenzentrumsregion, in der Ihre Dateien gespeichert werden, und idealerweise auch, wo die Backups aufbewahrt werden. Sie ist konkret und leicht überprüfbar: Ein guter Anbieter lässt Sie die Region wählen, zeigt sie in Ihren Kontoeinstellungen an und hält sie im Vertrag fest.
Datensouveränität betrifft die Kontrolle. Sie schließt die Residenz ein, fragt aber auch, wer den Dienst betreibt, welches Unternehmen Ihren Vertrag unterzeichnet und wozu sich dieses Unternehmen schriftlich im Umgang mit Ihren Daten verpflichtet.
Für ein kanadisches Team im Gesundheitswesen ergibt sich daraus eine praktische Regel: Beginnen Sie mit der Residenz, weil Sie diese bestätigen können, und betrachten Sie dann, was darum herum liegt. Vier Details übersieht man leicht:
Nichts davon ersetzt eine Rechtsberatung. Es gibt Ihrer Datenschutzbeauftragten oder Ihrem Datenschutzbeauftragten und Ihrem IT-Team jedoch eine gemeinsame Sprache für den Vergleich von Anbietern sowie eine kurze Liste von Fragen, die Sie schriftlich stellen sollten.
Ontarios Personal Health Information Protection Act (PHIPA) regelt den Umgang mit persönlichen Gesundheitsinformationen in der Provinz. Das Gesetz baut auf dem Verwahrer von Gesundheitsinformationen (Health Information Custodian) auf: dem Krankenhaus, der Klinik, der Apotheke, dem Labor oder der Fachperson, die für die Informationen verantwortlich ist. PHIPA verpflichtet Verwahrer, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um persönliche Gesundheitsinformationen in ihrem Gewahrsam oder unter ihrer Kontrolle vor Diebstahl, Verlust sowie unbefugter Nutzung oder Offenlegung zu schützen und um Aufzeichnungen vor unbefugtem Kopieren, Ändern oder Vernichten zu schützen.
Verwahrer erledigen selten alles selbst. PHIPA definiert daher auch den Beauftragten (Agent): eine Person oder Organisation, die mit Genehmigung des Verwahrers für diesen oder in dessen Namen im Zusammenhang mit persönlichen Gesundheitsinformationen handelt, und zwar für die Zwecke des Verwahrers und nicht für eigene. PHIPA legt außerdem Regeln für elektronische Dienstleister fest – also für Anbieter, die die Technologie bereitstellen, mit der Verwahrer Gesundheitsinformationen verarbeiten. Ein Cloud-Anbieter, der Faxe im Auftrag eines Verwahrers verarbeitet, arbeitet innerhalb dieses Rahmens. Deshalb ist die Vereinbarung, die Sie mit dem Anbieter unterzeichnen, ebenso wichtig wie die Technologie.
Fax bringt einige spezifische Risiken mit sich, weil Dokumente außerhalb Ihrer elektronischen Patientenakte (EHR) eintreffen:
PHIPA verlangt nicht, dass persönliche Gesundheitsinformationen in Kanada gespeichert werden. Das Gesetz konzentriert sich auf Schutzmaßnahmen und Rechenschaftspflicht. Viele Organisationen stellen darüber hinaus eigene Anforderungen auf, etwa Gesundheitsakten und Backups in kanadischen Rechenzentren aufzubewahren, und halten diese in ihren Richtlinien und Lieferantenverträgen fest. Den vollständigen Vergleich mit den US-Vorschriften finden Sie unter PHIPA vs HIPAA. Bei Fragen zu Ihren eigenen Pflichten veröffentlicht der Information and Privacy Commissioner of Ontario Leitfäden für Verwahrer.
Verwenden Sie diese acht Fragen in Ihrer Anbieterprüfung. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben und bewahren Sie sie zusammen mit dem Vertrag auf.
Ein Anbieter, der alle acht Fragen klar beantwortet und die Antworten in seiner Vereinbarung festhält, gibt Ihrer Datenschutzbeauftragten oder Ihrem Datenschutzbeauftragten das, was für die Freigabe nötig ist.
Fax.Plus Enterprise beantwortet jede Frage der Checkliste und hält die Antworten schriftlich fest. Der Tarif beginnt bei 79,99 $ pro Monat bei jährlicher Abrechnung (99,99 $ bei monatlicher Abrechnung) mit 4.000 Seiten pro Monat und unbegrenzt vielen Mitgliedern, und alle Preise sind veröffentlicht.
Wenn Ihr Team in Ontario Gesundheitsinformationen verarbeitet und diese in Kanada speichern muss, sprechen Sie mit dem Fax.Plus-Team über einen Enterprise-Tarif mit kanadischer Datenresidenz für Fax.Plus und Sign.Plus.
Datenresidenz bezeichnet den physischen Speicherort Ihrer Daten, etwa eine Rechenzentrumsregion in Toronto oder Montreal. Datensouveränität ist die weiter gefasste Frage, welchen Regeln und welcher Kontrolle die Daten unterliegen. Sie hängt auch davon ab, wer den Dienst betreibt und wozu sich dieser Anbieter in Ihrem Vertrag verpflichtet.
Nein. PHIPA schreibt nicht vor, dass persönliche Gesundheitsinformationen in Kanada gespeichert werden. Das Gesetz verlangt von Verwahrern von Gesundheitsinformationen (Health Information Custodians), angemessene Schritte zu ihrem Schutz zu unternehmen – auch dann, wenn ein Beauftragter (Agent) sie in ihrem Namen verarbeitet. Viele Organisationen in Ontario fordern in ihren eigenen Richtlinien und Lieferantenverträgen zudem eine Speicherung in Kanada. Informationen zu Ihren konkreten Pflichten finden Sie in den Hinweisen des Information and Privacy Commissioner of Ontario oder erhalten Sie von Ihrer Rechtsberatung.
Ja. Mit Enterprise können Sie Ihre gesendeten und empfangenen Fax-Dateien in Toronto oder Montreal speichern und den Speicherort für Backups separat wählen. Administratoren legen die Region in den Kontoeinstellungen fest und können gespeicherte Faxe später verschieben, falls sich die Anforderungen ändern.
Fax.Plus unterstützt PHIPA-konformes Faxen im Enterprise-Tarif, mit Advanced Security Controls und einem unterzeichneten PHIPA-Dienstleistungsvertrag (PHIPA Service Provider Agreement). Details finden Sie unter PHIPA-konformes Fax.
Ja. Administratoren können eine Aufbewahrungsdauer von null Tagen festlegen, sodass Faxe nach der Übertragung endgültig gelöscht werden, oder die Faxspeicherung deaktivieren und Faxe über die Fax.Plus API in ihren eigenen Systemen archivieren.
